3D-Brillen und Effektbrillen aus Papier und Kunststoff
Anschaulich erklärt: So funktionieren Polfilter
Licht ist sicherlich eines der komplexeren Themen der Physik. Ich möchte aber dennoch
versuchen, Ihnen die Polarisation des Lichts zu veranschaulichen.
Es geht mir hierbei nicht um wissenschaftlich korrekte Darstellung, sondern darum, dieses
schwierige Thema so anschaulich und verständlich wie möglich darzustellen.

Fangen wir mit den Grundlagen an:

Licht (wie z.B. das Ihrer Schreibtischlampe) wird in Wellen ausgestrahlt.
Für die weitere Darstellung muss ich die Ansicht schwenken und etwas vereinfachen.

Der Gelbe Kreis ist die Lampe, und davon ausgehend sehen Sie eine Lichtwelle.
Diese Lichtwelle schwingt in einer Ebene auf und ab. Ich zeige hier eine Welle, die senkrecht schwingt.
Ihre Lampe strahlt jedoch nicht nur senkrecht schwingende Lichtwellen ab, sondern auch Lichtwellen, die z.B. auf einer waagrechten Ebene schwingen...
... und nicht nur das, die Lichtwellen schwingen auf allen denkbaren Ebenen.

Aber jede Lichtwelle für sich bleibt in ihrer Schwingungsebene.
Um die weitere Darstellung aber nicht zu kompliziert zu gestalten, beschränke ich mich beispielhaft auf zwei Schwingungsebenen, eine waagrechte und eine senkrechte.
Jetzt kommt ein Polfilter ins Spiel, so wie er auch bei bestimmten 3D-Brillen verwendet wird. Es handelt sich um einen linearen Polfilter.
Sie können sich diesen vorstellen wie ein hauchfeines Sieb aus parallel verlaufenden Gitterstäben.
Der echte Filter sieht durchsichtig grau aus, die feinen "Gitterstäbe" sind mit bloßem Auge nicht zu sehen.

In diesem Beispiel verwende ich den Polfilter in senkrechter Ausrichtung, seine "Gitterstäbe" verlaufen von oben nach unten.
Wenn ich diesen senkrecht ausgerichteten Polfilter also nun vor die Lampe halte, lässt er die senkrecht schwingenden Lichtwellen ungehindert durch.
Die waagrecht schwingenden Lichtwellen werden dagegen von den Gitterstäben aufgehalten.
Nochmal zusammengefasst lässt sich also sagen, dass Ihre Schreibtischlampe Licht aussendet, das auf verschieden liegenden Ebenen schwingt.

Nach dem senkrecht ausgerichteten Polfilter bleiben aber nur noch senkrecht schwingende Lichtwellen übrig.
Das Licht ist jetzt also polarisiert, alle Lichtwellen schwingen in senkrechten Ebenen.
Ob Licht polarisiert ist oder nicht, kann man normalerweise nicht sehen.

Was passiert nun, wenn ich einen zweiten, waagrecht ausgerichteten Polfilter in den senkrecht polarisierten Lichtstrahl halte?

Der waagrechte Polfilter würde die senkrechten Lichtstrahlen nicht durchlassen. Es kommt also bei dieser Anordnung - ein senkrechter Polfilter und anschliessend ein waagrechter Polfilter - am Ende kein Licht mehr an.
Jetzt nochmal gut konzentrieren, es wird kompliziert:

Diesen Effekt nutzt man beim Einsatz von 3D-Brillen mit linearen Polfiltern. Die beiden Filter werden in den Brillen um 90 Grad verdreht zueinander eingesetzt, meist diagonal:
Das linke Auge sieht also durch einen Polfilter mit 45 Grad schräger Ausrichtung, das rechte Auge sieht durch einen Polfilter mit 135 Grad schräger Ausrichtung.

Der 3D-Film wird mit zwei Projektoren wiedergegeben. Vor einem Projektor ist ein Polfilter mit 45 Grad Ausrichtung, vor dem anderen Projektor wieder der entgegengesetzte Filter mit 135 Grad Ausrichtung.

Das linke Auge sieht somit nur den Film, der mit 45 Grad Ausrichtung polarisiert ist, und das rechte Auge entsprechend den anderen Film.

Im Idealfall hat man nun ein tolles 3D-Erlebnis.
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